Bretter, die die Welt bedeuten

Theatermarathon am Adolfinum am 1. und 3. Juli

Auch in diesem Jahr stellen unsere Theaterensembles wieder ihr Können unter Beweis und laden herzlich zu ihren Aufführungen in die Aula ein: Auf der Bühne stehen werden die Theater-AG der Sekundarstufe I und der Literaturkurs der Q1.

Den Auftakt macht am Mittwoch, 1. Juli, um 18:00 Uhr die Theater-AG der Sekundarstufe I mit ihrem selbst erarbeiteten Stück „725 Moers – die Geschichte unserer Stadt“. Anlässlich des 725-jährigen Stadtjubiläums, das zu Beginn des Schuljahres gefeiert wurde, nimmt das Ensemble das Publikum mit auf eine spannende Zeitreise durch die wechselvolle Geschichte der Stadt Moers. Im Anschluss präsentiert der Literaturkurs um 19:30 Uhr sein Stück „Imperium“. Eine weitere Aufführung von "Imperium" findet am Donnerstag, 3. Juli, um 19:00 Uhr statt. Der Eintritt zu allen Vorstellungen ist frei.

 

Literaturkurs | Imperium- 5 Jahre Konsulschaft versus 10 Monate Inszenierung

Reden voller Kampfgeist, Hohn, das Streben nach Macht, Angst, Widerstand, Berechenbarkeit – das alles ist Imperium, das diesjährige Theaterstück des Literaturkurses. Hinzu kamen intensive Proben, Umschreiben, Lachen, Chaos und trotz stressiger Momente natürlich der Spaß. Denn wenn es in der Szene heißt „Aufruhr im Senat“, dann heißt das übersetzt: Chaos auf der Bühne.

Aber beginnen wir vorne. Wir befinden uns in der Römischen Republik, etwa 63 vor Christus, dem sogenannten Imperium.

In unserem Stück geht es um Markus Tullius Ciceros Karriere als Vater der Nation. Es mag das einstimmige Votum des römischen Volkes gewesen sein, doch Ciceros Konsulschaft, umringt und terrorisiert von politischen Gegnern, verläuft alles andere als geradlinig.

Es stellt sich für Cicero mehr und mehr die Frage, was eigentlich mehr wert ist – vom Volk geliebt zu werden wie sein Gegner Cäsar oder vom Volk gewählt zu werden wie er selbst. Und die vielleicht noch viel größere Frage: Was bleibt von einem moralüberzeugten Politiker wie Cicero übrig, wenn all seine egozentrischen Mitstreiter mit ganz anderen Karten spielen?

Ob sich die Antwort im Stück findet, darf jeder selbst beurteilen. Doch vielleicht fragen Sie sich etwas ganz anderes: Warum ein Stück, das vor über 2.000 Jahren spielt, inszenieren, wenn man sich doch für etwas Neueres, Moderneres entscheiden könnte? Ganz einfach, weil das Stück zwar alt, aber trotzdem aktuell ist – zumindest der prägendste Aspekt: Macht, Männer und Macht.

Machtgehabe, Konkurrenzkämpfe, moralische Konflikte und Korruption sind vielerorts noch immer an der Tagesordnung. Was wir aus Imperium mitnehmen, ist also nicht bloß die Schauspielerfahrung. Wir haben nicht nur eine gewisse Verbindung zu unserer Rolle aufgebaut, sondern sind auch als Kursgruppe eng zusammengewachsen.

Historisches Wissen brachten viele schon aus dem Lateinunterricht mit, doch durch das Stück wurde die Geschichte wirklich greifbar – sie wurde lebendig.

Jetzt bleibt vor allem eine Frage offen: Wie stehen Sie zu Imperium und hat sich Ihr Blick auf zwei der prägendsten Persönlichkeiten der Antike – Cicero und Cäsar – verändert?

Am ersten und dritten Juli haben Sie die Chance, die Römische Republik nicht durch die Seiten eines Schulbuches, sondern durch unsere Augen kennenzulernen!

Text: Daniel Schirra und Christopher Watkins | Plakatdesign: Leonie Schleicher (Q1) | Hintergrundtext: Gioia Malaponti (Q1).

— [Thomas Kozianka]

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