Stilvoll: Der Gedenkkranz der Schule. Gestaltet von den Kollegen Christina Evers und Sven Neumann.

Die Erinnerung wachhalten

Adolfiner gedenken am 9. November

Am 9. November fand am Moerser „Synagogenbogen“ die alljährliche Gedenkveranstaltung zum Pogrom von 1938 statt. Auch in diesem Jahr waren zahlreiche Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Adolfinum vor Ort, um den ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Moers zu gedenken und die Veranstaltung durch Redebeiträge mitzugestalten.

Mit ihren Beiträgen setzten unsere Schülerinnen und Schüler ein klares Zeichen. Sie betonten, dass sie sich auch weiterhin aktiv für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus einsetzen möchten und bereit dazu sind, jeder Form von Diskriminierung und Ausgrenzung entgegenzutreten.

Linda Sklarek und Svea Langer (9c) berichten von der Veranstaltung:

Mahnend: Die Klasse 9c verliest die Namen der Opfer der Shoa aus dem Synagogenbezirk Moers.

Unsere Klasse 9c hat am 9.11. an der Gedenkstunde für die Opfer der Reichspogromnacht und des Antisemitismus in Deutschland teilgenommen. Die Veranstaltung fand am Synagogenbogen in der Moerser Innenstadt statt. Wir wurden von unserem Geschichtslehrer Herrn Schirra und unserer Politiklehrerin Frau Deventer begleitet. Es waren viele Leute aus allen Altersklassen anwesend.

Im Vorhinein hatten wir uns in Geschichte und Politik intensiv mit dem Thema „Extremismus“ auseinandergesetzt. In diesem Zusammenhang haben wir uns mit den Ereignissen in den 30er- und 40er-Jahren, aber auch mit Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit heute beschäftigt. Dadurch konnten wir die Zusammenhänge sehr gut verstehen.

Zu Beginn der Veranstaltung hat Herr Schirra in die Thematik eingeführt und die Ereignisse vom 9. November 1938 und ihre Bedeutung erklärt. Danach hat die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Moers, Martina Barwitzki-Graeber, eine Rede gehalten. Im Anschluss haben zwei Schülerinnen des Gymnasium in den Filder Benden und drei Teamerinnen des Auschwitzprojekts unserer Schule gesprochen. Die Teamerinnen erzählten, warum sie sich im Auschwitzprojekt engagieren und berichteten von den Vorbereitungen auf die Fahrt nach Polen. Anschließend hat unsere Klasse die Namen der Opfer vorgelesen und am Ende der Veranstaltung hat einer von uns den Gedenkkranz unserer Schule am Synagogenbogen niedergelegt.

Engagiert: Die Teamerinnen Lilia Astrovski, Rebecca Reichert und Anica Jelleßen erklären, warum sie sich im Auschwitzprojekt engagieren und Aufklärungsarbeit leisten.

Während der Veranstaltung konnte man in viele nachdenkliche Gesichter sehen. Man konnte spüren, dass es alle mitgenommen und berührt hat. Es war auch interessant zu sehen, dass jeder anders mit der Situation umgegangen ist. Einige haben geweint, andere haben ihre Emotionen nicht direkt gezeigt. Uns als Klasse hat die Gedenkfeier sehr nachdenklich gemacht und auch mitgenommen. Wir waren aber auch alle erstaunt zu sehen, wie viele an dieser Veranstaltung teilgenommen haben.

Wir konnten aus der Veranstaltung viel lernen. Man darf diese Nacht und dieses Thema nicht vergessen. Es ist wichtig, weiterhin darüber zu reden und andere Leute über dieses Thema aufzuklären. Durch die Erfahrung haben wir erst gemerkt, was dieser Bogen, an dem wir sonst immer einfach so vorbeigegangen sind, eigentlich bedeutet und wie wichtig und besonders er ist.

Text: Daniel Schirra, Linda Sklarek, Svea Langer (beide 9c)

Fotos: Daniel Schirra

— [Daniel Heisig-Pitzen]

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