Ein Brückenbauer
Trauer um Hans-Helmut Eickschen
Am 13. August 2026 ist Hans-Helmut Eickschen im Alter von 92 Jahren verstorben. Als ehemaliger Schüler des Adolfinums blieb er unserer Schule und insbesondere der Erinnerungsarbeit in Moers bis zuletzt eng verbunden.
Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Hans-Helmut Eickschen, einem außergewöhnlichen Menschen, der sich über Jahrzehnte für Erinnerung, Verständigung und ein friedliches Miteinander eingesetzt hat.
Eickschen gehörte 1987 zu den Mitgründern der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) in Moers und prägte deren Arbeit über 20 Jahre als Geschäftsführer. Auch über Moers hinaus engagierte er sich im Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Sein Wirken war geprägt von der Überzeugung, dass Erinnern Verantwortung bedeutet und dass Verständigung immer auch Begegnung braucht. Für dieses langjährige Engagement wurde er unter anderem mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen und 2023 mit dem Ehrenring der Stadt Moers ausgezeichnet.
Für uns am Adolfinum war Hans-Helmut Eickschen jedoch nicht nur ein engagierter Mitstreiter der Erinnerungsarbeit, sondern vor allem ein geschätzter Gesprächspartner. Über viele Jahre nahm er an Gedenkveranstaltungen mit unseren Schülerinnen und Schülern teil, stellte sich als Zeitzeuge für Facharbeiten und Schülerprojekte zur Verfügung, berichtete aus seiner persönlichen Erfahrung und ließ sich auf die Fragen und Perspektiven junger Menschen ein. Der Kontakt zu unserer Schule und zu den Jugendlichen war ihm dabei stets besonders wichtig.
Er war ein Brückenbauer – zwischen Generationen, zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen und Erfahrungen und zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Seine Herzlichkeit, sein Humor und seine Verlässlichkeit machten die Begegnungen mit ihm zu etwas Besonderem.
Wir werden Hans-Helmut Eickschen als einen Menschen in Erinnerung behalten, der sich nicht damit begnügte, an die Vergangenheit zu erinnern. Er wollte dazu beitragen, aus ihr Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft entstehen zu lassen. Sein Engagement für Verständigung, gegen Antisemitismus und für eine lebendige Erinnerungskultur bleibt uns Verpflichtung und Ansporn.
Text & Foto: Daniel Schirra.
— [Thomas Kozianka]