Eine „Simulation globale“

Handlungsorientierung im Französisch-Plus-Unterricht

Eine ziemlich öde Lektion im Lehrbuch? Ipad, KI und die Lust viel Neues zu entdecken? Das sind die Voraussetzungen für ein Projekt im Fremdsprachenunterricht. Mithilfe verschiedener Applikationen, viel Kreativität und dem Interesse, die französische Hauptstadt zu entdecken, entstand ein Unterrichtsprojekt im Französisch-Plus-Kurs der Klasse 9, das in einem mündlichen Prüfungsformat mündete.

Die sehr guten Resultate in der Prüfung, die vielen verschiedenen kreativen und inhaltlich wie sprachlich sehr ansprechenden Zwischenprodukte machen Lust auf mehr. Gleichzeitig sind sie Zeugnis dessen, dass Kulturvermittlung im modernen Fremdsprachenunterricht und die Nutzung verschiedener ‚moderner‘ Medien eine bereichernde Symbiose bilden können.

Im Folgenden berichten Johanna Schulz und Ella Reiter (beide 9a) stellvertretend für den Kurs:

Unser Französisch-Plus-Kurs hat in diesem Schuljahr das Projekt „Une aventure à Paris“ gestartet. Wir starteten nämlich ein neues Thema und da das Kapitel über Paris im Schulbuch nicht sehr realitätsgetreu war, haben wir uns gemeinsam als Kurs dazu entschlossen, einen eigenen Abschnitt zu Paris zu gestalten. Dazu gehörte die Gestaltung einer eigenen Lehrwerksfigur, die Vorstellung eines Stadtviertels und die Organisation einer Nachbarschaftsfeier (la fête des voisins), um sich nach dem aufregenden Raub der Juwelen zu erholen. Doch alles der Reihe nach: Zuerst hat jeder eine selbst erfundene Figur ausgearbeitet, zu der man echte Informationen aus Google Maps und dem Internet rausgesucht hat. Man hat sich Straßen, Viertel und Eigenschaften überlegt, die man für seine Person haben wollte und hat so, nach und nach einen eigenen Pariser Bürger ins Leben gerufen. Natürlich haben wir auf Diversität geachtet: Neben Figuren, die gerne Golf spielen, gab es auch Menschen, die in den nicht so wohlhabenden Vierteln leben - und sogar eine Außerirdische, Violetta, die sich in der banlieue niedergelassen hat. Aufregend!

Danach haben wir uns in Gruppen zusammengesetzt und unsere Figuren vorgestellt. Dabei wurden Notizen gemacht, Fragen gestellt und auch gelacht, wenn jemand zum Beispiel 20 außerirdische Geschwister hatte. Jede Figur hat ganz eigene Vorlieben Hobbys, die sehr interessant waren zu sehen.  Neben all der Kreativität haben wir so unseren Wortschatz erweitert und das freie Sprechen geübt. Im weiteren Verlauf des Projekts haben wir für unsere erfundenen Figuren passende Aktivitäten und Orte in ihrem jeweiligen Viertel ausgewählt. Dabei haben wir Cafés, Parks, Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten recherchiert, die es dort wirklich gibt. So konnten wir unseren Figuren ein realistisches Leben in Paris gestalten und gleichzeitig konnten wir viel mehr über das Leben in Paris lernen, als es durch das einfache Durcharbeiten einer Lehrbuchlektion möglich ist.

Am Ende des Projektes hatten wir eine mündliche Prüfung. Im ersten Teil mussten wir unsere Figur vorstellen und mehr über ihr Leben erzählen. Im zweiten Teil haben wir in vierer Gruppen eine Konversation geführt, in der wir für einen deutschen Touristen einen schönen Tag in Paris gestalten sollten und ihm Hinweise und Tipps für einen gelungenen Aufenthalt geben. Alle vier Personen hatten andere Vorlieben und so konnten abwechslungsreiche Tage erstellt werden. Es hat sehr gut geklappt und es war schön sowohl in Gruppen als auch alleine kreativ arbeiten zu können. Insgesamt fanden wir das Projekt sehr gut, weil es eine schöne Abwechslung zum „normalen“ Unterricht war und man kreativ seine Französischkenntnisse weiterbilden konnte.

Text: Johanna Schulz und Ella Reiter (9a), Marco Petering

Fotos: Marco Petering

— [Daniel Heisig-Pitzen]

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