Der „Fackelträger“: Die Statue steht sinnbildlich für die Ideologie, die den „Ordensjunkern“ vermittelt werden sollte

Intensives Vorbereitungswochenende in der Eifel

Teamerinnen und Teamer bei unserem Bildungspartner Vogelsang IP

Am letzten Januarwochenende machten sich unsere Teamerinnen und Teamer des Auschwitzprojekts erneut auf den Weg in die Eifel zu unserem Bildungspartner Vogelsang IP. Vor Ort standen die Planung der nächsten Gedenkstättenfahrt im Sommer aber auch die Besichtigung der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang auf dem Programm.

Das Teamerwochenende ist ein zentraler Baustein in der Konzeption unseres Projekts. Neben der Stärkung gruppendynamischer Prozesse und organisatorischen Fragestellungen zur Fahrt steht auch die historisch-politische Weiterbildung unseres gesamten Teams im Vordergrund. Seit dem Jahr 2019 besteht daher eine Bildungspartnerschaft zwischen dem Erinnerungsort Vogelsang IP und unserer Schule.

Jule Brinkmann und Lotte Güldenberg berichten von ihren Eindrücken:

Ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang, gebaut als Schulungsstätte für zukünftige Führungskräfte der NSDAP und heute Ort der Erinnerung

Am 30. und 31. Januar fand das Planungswochenende der Teamer*innen für die diesjährige Gedenkstättenfahrt statt. Gemeinsam mit dem begleitenden Lehrer*innenteam kamen wir zusammen, um Organisatorisches zu klären, Vorbereitungsmodule zu überarbeiten und uns als Team besser kennenzulernen. Viele von uns sind in diesem Jahr zum ersten Mal dabei – umso wichtiger war der gemeinsame Austausch.

Der Freitag stand vor allem im Zeichen der Vorbereitung der Kleingruppenarbeit. Wir besprachen, mit welchen Modulen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Gedenkstättenfahrt vorbereitet werden können, welche Themen sensibel behandelt werden müssen und wie wir Gespräche in den Gruppen gestalten wollen. Außerdem wurden die Kleingruppen eingeteilt. Neben der inhaltlichen Arbeit ging es auch darum, als Team zusammenzuwachsen, da Vertrauen und Absprachen auf unserer Fahrt nach Polen eine große Rolle spielen werden.

Der Schwerpunkt des Wochenendes lag jedoch auf dem Samstag und dem Besuch der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang. Für viele Teamer*innen war es der erste Besuch dort, andere kannten den Ort bereits. Trotzdem waren die Geländeführungen für alle interessant, da der Fokus stark auf der Einordnung des Ortes lag. Begleitet wurden wir von zwei Guides, Karl und Gregor, die uns die Geschichte und Bedeutung der Anlage erklärten.

Vogelsang ist keine Gedenkstätte im eigentlichen Sinne, sondern ein sogenannter „Täterort“. In der Zeit des Nationalsozialismus diente die Ordensburg der Ausbildung zukünftiger Führungskräfte im Sinne der NS-Weltanschauung. Während der Geländeführungen wurde deutlich, wie bewusst Architektur, Symbole und Sprache eingesetzt wurden, um die NS-Ideologie zu vermitteln und ein bestimmtes Menschenbild zu prägen. Große Plätze, monumentale Gebäude und gezielte Inszenierungen sollten Macht und Überlegenheit ausstrahlen. Dadurch wurde uns noch einmal klarer, wie die Nationalsozialisten ihre Herrschaft neben Gewalt auch über Propaganda, Erziehung und Beeinflussung absicherten und festigten.

Für unsere weitere Arbeit als Teamer*innen war dieser Besuch besonders relevant. In der Vorbereitung der Fahrt geht es nicht nur darum, Orte des Gedenkens zu besuchen, sondern auch darum, Hintergründe zu verstehen und einordnen zu können. Vogelsang zeigt die Perspektive der Täter und die Strukturen, die hinter dem System standen, auf. Dieses Wissen hilft uns später, Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer besser beantworten zu können und Gespräche differenzierter zu führen. Außerdem macht es deutlich, wie wichtig es ist, Geschichte nicht nur als vergangenes Ereignis zu sehen, sondern sich auch mit Mechanismen wie Manipulation, Ausgrenzung und Ideologie auseinanderzusetzen.

Das Wochenende war eine gute Mischung aus organisatorischer Vorbereitung, Teamarbeit und inhaltlichem Lernen. Vor allem der Besuch der Ordensburg Vogelsang hat vielen von uns noch einmal eine andere Sicht auf die Gesamtthematik gegeben und ist damit eine wichtige Grundlage für unsere Aufgabe als Teamer*innen.

 

Text: Daniel Schirra, Jule Brinkmann (Q1), Lotte Güldenberg (Q1)

Fotos: Simon Krenz (Teamer im Auschwitzprojekt)

— [Daniel Heisig-Pitzen]

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