Gemeinsam einen guten Ausflug erlebt: Im kombinierten Arbeits- und Seminarraum der Papyrussammlung

Köln – Rom – Athen

Ein Schulterblick in die Antike

Am Dienstag, dem 16. Januar 2024, besuchte der Griechischkurs der 10. Klassen des Gymnasiums Adolfinum mit ihrem Lehrer Herrn Dr. Backhuys und Frau Kratz die Papyrussammlung des Instituts für Altertumskunde im Philosophikum der Universität zu Köln. Dort konnten wir uns originale Texte aus der Antike ansehen.

Eine Schülerin mit einem königlichen Erlass; darunter auf dem Tisch: ein Schwur, der Freigang aus dem Gefängnis des Königs bewirkt; im Plexiglaskasten: eine Mumienmaske aus Kartonage; dahinter: der Kölner Sappho-Papyrus (alle aus dem 3./2. Jh. v. Chr.

Der Tag fing für den Griechisch-Kurs der 10. Klasse des Gymnasium Adolfinums relativ entspannt an. Der Zug kam pünktlich und der Kurs stieg um 8.45 Uhr in Moers ein. Gegen 11 Uhr erreichten wir unser Ziel, das Philosophikum der Universität zu Köln. Nachdem wir ins oberste Stockwerk gelungen waren, begrüßte uns Professorin Dr. Charikleia Armoni herzlich in der mit 15.000 Exemplaren größten Papyrus-Sammlung NRWs.

Der Kurs wurde in zwei Gruppen aufgeteilt. Während die eine Hälfte die umfangreiche Papyrus-Sammlung erkunden konnte, worin mehr als 2.000 Jahre alte Texte und Mumienmasken enthalten waren, durften die anderen SchülerInnen sich in der ausladenden altsprachlichen und althistorischen Bibliothek (über 100.000 Bände) umsehen. Sie erstreckt sich über 2 Etagen und umfasst Werke verschiedenster antiker und moderner Sprachen und Autoren, von Aristophanes über Homer bis zu Tacitus.

Anschaulich: Mumienmaske, unten rechts ist Schrift auf dem als Kartonage wiederverwendeten Papyrus zu sehen.

Aufmachung und Inhalt der Papyrussammlung waren für die meisten Kursmitglieder tatsächlich eine Überraschung, denn die Erwartungen gingen eher in Richtung eines museumsähnlichen Aufbaus. Tatsächlich jedoch fanden wir uns in einem Raum mit Arbeitstischen und abschließbaren Schränken wieder, aus denen Herr Dr. Backhuys diverse Papyri, Tonscherben (Ostraka), Bleitafeln sowie Pergamente hervorholte. Diese wurden entweder durch die Verwendung von Rußtusche mit Binsenpinseln oder durch Einritzen beschriftet. Darunter fanden sich inhaltlich ein lange Zeit unbekanntes Textfragment der Dichterin Sappho, eine Version des biblischen Hiobtextes sowie königliche Dekrete und Schwüre. Diese Texte waren nicht nur auf griechischer Sprache verfasst, sondern auch auf Herbräisch, Ägyptisch und relativ stark abweichenden griechischen Dialekten.

Seiten aus dem „Mani-Kodex“, einem religiösen Werk auf Pergament. Es ist das kleinste erhaltene Buch der Antike mit einer Seitengröße von 3,5 x 4,5 cm und je 23 Zeilen in griechischer Schrift

Die Papyri waren zwar verglast, jedoch so, dass sie zwischen zwei relativ dünne Scheiben gepresst sind, sodass sie gut zu handhaben und von beiden Seiten lesbar sind, was ebenfalls entgegen der ursprünglichen Erwartung ging. Weitere bisher unbearbeitete und unübersetzte Papyri sind in den Schränken gelagert, ebenso wie größere Klumpen verbrannter Papyri, welche teilweise noch restauriert werden müssen.

Nach Beendigung der ersten Runde wurden die Gruppen getauscht, damit jeder alles ansehen und sich ein Bild machen konnte. Am Ende des offiziellen Teils mit einer Führung über den Uni-Campus hatte sich der Kurs Freizeit verdient und man konnte einen entspannten Nachmittag in der aufregenden Stadt Köln verbringen. Die Rückfahrt wurde dann selber organisiert.
Die Exkursion war ein voller Erfolg und die Schüler fanden den Tag insgesamt sehr gut gelungen und waren begeistert: „Diesen Tag werde ich nie vergessen, ich habe so viel gelernt!“, meinte Laurenz Dubisz (10c). „Für diesen Tag und diese Exkursion bedanken wir uns bei der Universität zu Köln mit ganzem Herzen“, lautete das vornehmliche Feedback des WPII-Kurses.

Text: Berk Akcil, Coralie Salenga;

Fotos: Inka Kuczkowiak, Esra Karabegovic, Coralie Salenga, T. Backhuys

— [Daniel Heisig-Pitzen]

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