Schlossmuseum zum Unterrichtsort gemacht

Klasse 9e besucht Sonderausstellung

Nationalsozialisten ziehen durch Moers: Heute kaum noch vorstellbar - umso wichtiger sich zu erinnern.

Am 16. Februar besuchte die Klasse 9e in der 8.- und 9. Stunde mit ihrem Lehrer Herrn Schirra im Rahmen des Geschichtsunterrichts die Ausstellung "Flucht vom Niederrhein 1933 bis 1945". In der neunten Klasse wird das Thema Nationalsozialismus sehr ausführlich behandelt und so beschloss die Klasse, passend zu den Unterrichtsinhalten diese Ausstellung zu besuchen.


Die Ausstellung selber war, typisch für das Museum, durch Vorhänge in verschiedene Kammern unterteilt. Diese waren bedruckt mit Originalaufnahmen aus dieser Zeit, wie auch auf den Fotos zu sehen ist. Jede der Kammern behandelte Einzelschicksale, die in verschiedene Themenbereiche aufgeteilt waren, so zum Beispiel die Kindertransporte aus Deutschland heraus, die Zwangsarbeiter, aber vor allem das Schicksal der jüdischen Bevölkerung in Moers und das der Staatsfeinde wie Kommunisten und Sozialdemokraten.


Die Klasse hatte eine Führung gebucht, bei welcher die Museumsführerin einzelne Schicksale näher erläuterte und Hintergründe erklärte. Dann durften sich die Schüler in Gruppen aufteilen, wobei jede Gruppe einen Einreiseantrag in ein anderes Land für eine der kennengelernten Personen ausfüllen musste. Dadurch hatten die Schüler die Möglichkeit, sich noch einmal näher mit einer Person zu beschäftigen.


Besonders beeindruckt wurde die Klasse durch das Schicksal des Günther Bähr, eines jungen Juden, der nach Ausschwitz abtransportiert wurde und bei einem der letzten Todesmärsche durch die Nationalsozialisten kurz vor Kriegsende gestorben ist. Günther Bähr ging hier auf dem Adolfinum zur Schule. Nach der Reichspogromnacht am 9. November 1938 versuchte er, nach Palästina auszureisen und absolvierte im Rahmen dessen eine Ausbildung der Hachschara-Stätte in Ahresdorf in Brandenburg, um sich auf ein Leben dort vorzubereiten. Doch 1941 wurde diese aufgelöst und er wurde zuerst nach Neuendorf im Sande abtransportiert, um dann im April 1943 nach Auschwitz deportiert zu werden. Dort wurde er zur Zwangsarbeit eingesetzt und wurde dann aufgrund der sich nähernden Roten Armee am 18. Januar 1945 durch das Einsperren in einen Stollen beim Todesmarsch getötet.
Insgesamt hat die Exkursion sehr gut zum Unterricht gepasst und alles noch etwas greifbarer gemacht. Den Schülern wurde durch die vielen Einzelschicksale das wirkliche Grauen des Regimes klar und sie wurden nachhaltig beeindruckt, eben da alles Beschriebene hier in Moers geschah und es um Menschen ging, die über die gleichen Wege wie die Schüler gegangen sind.


Text: Laura König, 9e mit Unterstützung von Delia Schmitz, 9e

Foto: Anja Benjamins, Daniel Schirra

— [Daniel Heisig-Pitzen]

Zurück

Weitere Nachrichten

Verstärkung im Lehrerzimmer

Drei Lehrerinnen und ein Lehrer neu im Kollegium

Auf den Spuren der Industrialisierung im Ruhrgebiet

Projekt der Klasse 8c im Geschichtsunterricht

Ein Streifzug durch die „Claviergeschichte“

Livestream-Konzert für Fünft- und Sechstklässler

Facharbeit mit Hindernissen

Ruth Kronen forscht zum DaZ-Unterricht am Adolfinum

Auf zur Titelverteidigung!

Stadtradeln 2021: Team Radolfinum tritt wieder in die Pedale

Das Erweiterungsprojekt trotzt der Pandemie

Präsentationen in einer großen Videokonferenz

Erneut vier 4-Sterne Chem-pions am Adolfinum

Erfolge beim Landeswettbewerb Chemie

„Chemie – die stimmt!“

Sieben Teilnahmen bei der Landesrunde in NRW

Preis für die "Klimahelden"

Klimaschutzpreis des Kreises Wesel für jahrelanges Engagement

"logofinum" - Nachrichten der Klasse 7c

Videobeitrag für Schülerwettbewerb

Redaktionsbesuch per Zoom

Klasse 6d ist journalistisch unterwegs