Fröhlich bei der Fortbildung: Karsten Verhoeven, Sandra Hennemann, Maren König und Alexandera Dietz.

Wir gehen für euch in Europa zur Schule

Job-Shadowing und Lehrerfortbildungen in Finnland, Rhodos und Portugal mit Erasmus+

Lehrkräfte und Referendar*innen unserer Schule nutzten die Herbstferien, um im Rahmen des Erasmus+-Programms neue Perspektiven auf Unterricht und Schule zu gewinnen – von Helsinki über Rhodos bis Madeira. Ob eigenverantwortliches Lernen im finnischen Oberstufensystem, inklusive Unterrichtskonzepte nach dem Prinzip des „Universal Design“ oder Strategien zur Stärkung von Resilienz und Wohlbefinden: Die Fortbildungen boten vielfältige Impulse für unsere pädagogische Arbeit. Mit vielen Eindrücken, neuen Ideen und internationalem Austausch im Gepäck kehren alle Teilnehmenden motiviert in den Schulalltag zurück.

Hei Helsingistä - Ein Einblick in das finnische Schulsystem

Alexandra Dietz, Sandra Hennemann, Maren König und Karsten Verhoeven verbrachten die zweite Woche ihrer Herbstferien im Rahmen des "Erasmus+ Job-Shadowing Programms" an der Ressun Iukio, einer finnischen Schule der Sekundarstufe II in Helsinki. Dort konnten die Lehrer*innen des Gymnasium Adolfinum zahlreiche interessante Einblicke in den Unterricht einer finnischen Oberstufe gewinnen. "Besonders beeindruckend ist für mich der hohe Grad der Eigenverantwortlichkeit, mit der der Unterricht an der RessunIukio organisiert ist - das gilt gleichermaßen für den Englisch- oder Deutschunterricht, wie auch für den Unterricht in Gemeinschaftskunde", fasst Karsten Verhoeven seine Eindrücke zusammen. "Unglaublich entspannt" nimmt er dabei sowohl seine finnischen Kolleg*innen als auch die Schüler*innen wahr.}

Auch Sandra Hennemann zeigt sich beeindruckt von der besonderen Lernatmosphäre: „Die Schulen sind nicht nur Orte der Wissensvermittlung, sondern echte Wohlfühlorte – auf jedem Flur laden kleine Lernecken mit Sofas zum Arbeiten oder Entspannen ein.“ Selbst die Lehrkräfte unterrichten in Hausschuhen, was die ruhige und vertrauensvolle Stimmung zusätzlich unterstreicht. Alexandra Dietz ergänzt: „Diese Gelassenheit schafft Raum für Kreativität und Eigenverantwortung – davon können wir uns einiges abschauen.“

Zwei Refis reisen nach Rhodos

Noch in der Ausbildung schon an einer Fortbildung teilnehmen, die dann auch noch auf Rhodos stattfindet? Über dieses Privileg haben wir beide, Tuba Bora und Juline Heidt, uns wirklich riesig gefreut.

In unserem Erasmus-Kurs ging es um Inklusion und den Abbau von Barrieren, genauer gesagt: um Strategien und Tools, um im Unterricht alle Schülerinnen und Schüler anzusprechen und zu unterstützen. Als methodische Grundlage hierfür diente das Konzept des „Universal Design“, das ursprünglich aus dem Bereich der Architektur kommt. Bei diesem internationalen Designkonzept geht es darum, Umgebungen so zu gestalten, dass möglichst viele Menschen sie problemlos nutzen können. Um dies zu erreichen, orientiert sich Universal Design an einigen zentralen Prinzipien: breite Nutzbarkeit, Flexibilität der Benutzung, einfache und intuitive Benutzung, Fehlertoleranz. Was architektonisch etwas durch das Ersetzen einer Treppe durch eine Rampe, die Verbreiterung eines Ganges oder das Einrichten einer Ruhezone mit Bänken umgesetzt werden kann, lässt sich auch auf den Klassenraum übertragen. Wie das geht, erforschten und diskutierten wir in unserem gemeinsam mit acht anderen Lehrkräften aus Deutschland, Estland, Ungarn, Litauen und Liechtenstein. Dabei lernten wir nicht nur viel Neues über Unterrichtsplanung und den Einsatz digitaler Tools, sondern hatten auch ganz viel Spaß und tankten ordentlich griechische Sonne. Wir freuen uns schon darauf, die eine oder andere Methode im Unterricht auszuprobieren!

Resilienzen stärken auf Madeira

Einfach mal kurz innehalten und durchatmen!

So könnte das Fazit unseres einwöchigen Erasmus-Kurses in den Herbstferien lauten. Hört sich einfach an, aber im Alltag oft schwerer als man denkt. Notendruck, Korrekturen, Lernblockade, Zeitmangel - Stress hat viele Gesichter und immer mehr Mitglieder der Schulgemeinde fühlen sich belastet. Resilienz ist das Schlagwort unserer heutigen Zeit. Grund genug, sich in diesem Bereich fortzubilden. Neben Yoga und Meditation haben wir uns eine Woche lang mit Zeitmanagement und einer gesunden Work-life-Balance beschäftigt. Anregungen und Ideen, wie man dem Alltagsstress begegnen kann, haben wir zahlreiche - mehr oder weniger praktikabel - erhalten, z.B. für eine kurze Power-Entspannung in der Pause oder aber für eine kleine entspannende Einheit vor der Klassenarbeit, um z.B. Schüler*innen mit Prüfungsangst zu helfen.

Besonders interessant war der Austausch mit Kolleg*innen aus ganz Europa. Manchmal ist es schon entspannend zu erfahren, dass alle mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen haben.

— [Daniel Heisig-Pitzen]

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