Zwischen Schöpfung und Verantwortung

Deutschfachschaft besucht Theater Duisburg

Am 3. Juni 2026 unternahm die Fachschaft Deutsch eine gemeinsame Exkursion zum Theater Duisburg, um mit dem Besuch der Inszenierung „Gott ist drei Frauen“ den Blick über den schulischen Unterricht hinaus schweifen zu lassen und sich auf künstlerische Weise mit grundlegenden Fragen menschlicher Existenz auseinanderzusetzen.

Das philosophisch geprägte Stück widmet sich den großen Themen der Schöpfung, Eigenverantwortung und der Rolle des Menschen auf Erden. Dabei stehen drei Göttinnen im Mittelpunkt, die mit wachsender Verzweiflung auf das wiederholte Scheitern der Menschheit blicken. Dabei wird deutlich, dass es sich keineswegs um den ersten Versuch handelt, dem Menschen eine lebenswerte Welt anzuvertrauen. Angesichts von Umweltzerstörung, der Überforderung der Erde und der fortschreitenden Selbstgefährdung der Menschheit stellt das Stück die Frage nach individueller und kollektiver Verantwortung.

Besonders eindrucksvoll war die Darstellung der Ambivalenz von Gut und Böse. In einer symbolträchtigen Szene wird die Frage aufgeworfen, ob sich die Welt nicht auch ohne das Böse weiterdrehen könnte. Veranschaulicht wird dies durch den rotierenden Himmelskörper, der nach der Entfernung des Bösen zum Stillstand kommt – ein starkes Bild für die Komplexität moralischer und gesellschaftlicher Zusammenhänge.

Auch die schauspielerische Leistung der drei Darstellerinnen der Göttinnen überzeugte durch bemerkenswerte Präzision im chorischen Sprechen, so verliehen sie den philosophischen Gedankengängen eine eindringliche Bühnenpräsenz. Auch Sätze der Darstellerin der Erde wie „Ich mag das Leben. Die Menschen krabbeln so schön.“ entfalteten dabei eine besondere Wirkung zwischen Zuneigung, Ironie und Kritik.

Das Stück suchte keine einfachen Antworten auf die Frage, was die Welt „im Innersten zusammenhält“. Neue Erkenntnisse im eigentlichen Sinne bot es vielleicht nicht; vielmehr regte es dazu an, über den Umgang des Menschen mit seiner Umwelt und seine Verantwortung gegenüber kommenden Generationen nachzudenken. Gerade diese offene Form der Reflexion machte den Theaterbesuch zu einer bereichernden Erfahrung für alle Teilnehmenden.

Text: Katharina Grade / Fotos: Christina Evers

— [Daniel Heisig-Pitzen]

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