Fasznierender Erzähler: Reuven Moskovitz in der Aula Adolfinum.

"Die Zukunft gehört nicht dem Krieg, sondern dem Frieden"

Reuven Moskovitz zu Besuch am Gymnasium Adolfinum

Musikalische Friedensbotschaft: Reuven Moskovitz spielte auch Mundharmonika

Zur Vorbereitung auf die zum wiederholten Male stattfindende Polenfahrt erzählte der aus Rumänien stammende Mosokovitz aus seinem Leben und vermittelte den Anwesenden seine Botschaft des Friedens, die es zu verbreiten gelte.

Das Publikum hörte dem 87-jährigen, der sich selbst einen "Friedensstifter" nennt, interessiert zu. In seinem Vortrag betonte er, dass Frieden und Versöhnung das Ziel eines jeden sein sollten. Er sei zwar kein Prophet, sondern ein normaler Mensch, aber er habe Geschichte studiert und erkannt , dass man sich für Krieg und Siege begeistern kann, aber fast jeder Krieg, der mit Waffen durchgeführt wurde, mit einer Niederlage endete.

Reuven Moskovitz wurde 1928 in Rumänien geboren, wurde jedoch mit elf Jahren vertrieben. Trotz der Verfolgung durch die Nationalsozialisten überlebte er den Holocaust und wanderte 1947 nach Palästina aus. Dort setzt er sich für die Konfliktlösung und gegen den Krieg zwischen Israel und den Palästinensern ein. Die Lage in nahen Osten sei zwar kompliziert, aber nicht hoffnungslos und seine Lebensaufgabe bestehe daraus, Menschen beizubringen, dass Krieg ein schrecklicher Fluch ist. Für die friedliche Konfliktlösung gründete er beispielsweise das arabisch-jüdische Friedensdorf Newe Schalom. Seiner Meinung nach würde man den Konflikt lösen, indem man jeden mit Würde behandelt.

Bei seinem Besuch betonte er, dass er Deutschlands Friedenspolitik und dessen Rolle in der Europäischen Union gutheiße, jedoch müssten deutsche Politiker nicht wegen des Holocausts davor scheuen Israel und dessen Handlungen kritisch zu betrachten. Wir seien nicht Schuldige, sondern Verantwortliche für eine bessere Zukunft. Deutschland sei ein multinationaler Staat und daher vielfältig und bunt. Nun müsse man gemeinsam die Botschaft verbreiten, dass man miteinander in Frieden leben kann anstatt zu töten. Er erwähnte ausdrücklich, dass die Welt ein neues Modell von Zusammenleben braucht.

Text: Berit Weichert, Q2 | Foto: Maria Vollendorf-Löcher.

— [Thomas Kozianka]

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