Erbsubstanz "aus der Wange kratzen": Schülerinnen bei der Entnahme eigener Mundschleimhautzellen.

Mit Hightech auf der Spur der Vorfahren

LK Biologie forscht im Schülerlabor der Ruhr-Universität Bochum

„Wir sind alle Afrikaner“ lautet eine populäre These in der Evolutionsbiologie. Im Alfried-Krupp-Schülerlabor der Ruhr-Universität Bochum hatten die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Biologie der Qualifikationsphase 2 Gelegenheit, dies ganz praktisch zu überprüfen. Ausgehend von der eigenen Erbsubstanz, die sich die Schülerinnen und Schüler buchstäblich „aus der Wange kratzten“, wollten sie herausfinden, auf welchem Weg ihre Vorfahren vor zirka 80.000 Jahren den afrikanischen Kontinent verlassen haben. Mittels spezifischer Marker in der DNA ist es mittlerweile möglich zu unterscheiden, ob die Auswanderung über das Horn von Afrika, die Sinai-Halbinsel oder später aus Zentralafrika heraus erfolgt ist.

Das wissenschaftliche Handwerk: Einüben des Umgangs mit molekarbiologischen Werkzeugen (Mikroliterpipetten).

So wurde eifrig pipettiert, isoliert, zentrifugiert, inkubiert und immer wieder auch gewartet. Denn auch Geduld gehört zum wissenschaftlichen Arbeiten dazu. „Das ist der Hauptgrund,“ erläutert Kurslehrer Dr. André Remy, „weshalb wir diese Experimente nicht daheim am Gymnasium Adolfinum durchführen: Apparativ wäre das durchaus möglich aufgrund unserer exzellenten Ausstattung, aber manche Experimente lassen sich nicht ins 90-Minuten-Raster pressen.“

In einer der Pausen eroberten die Adolfiner die neu renovierte Mensa der Ruhr-Universität und konnten ein wenig Uniluft schnuppern, die ihnen vielleicht in einem Jahr zur alltäglichen Erfahrung werden wird.

Am Ende standen zumindest für die meisten Gruppen echte Ergebnisse, die die Schüler als Foto schwarz auf weiß nach Hause tragen durften. Doch unabhängig davon hatten alle insbesondere durch das praktische Arbeiten viel gelernt. „Jetzt weiß ich endlich, was mit den Zeichnungen an der Tafel gemeint war“, freut sich eine Schülerin. Dann hat sich die Exkursion ja gelohnt.

Text & Foto: Dr. André Remy.

— [Thomas Kozianka]

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